5 gute Gründe trotz Mukoviszidose einen Hund zu halten

Mukoviszidose Hund

Oft wird gesagt, dass ein Hund den Krankheitsverlauf von Mukoviszidosepatienten negativ beeinflusst. In diesem Beitrag nenne ich euch fünf sehr gute Gründe, warum ein Mukoviszidosepatient doch einen Hund haben sollte und worauf ihr unbedingt achten müsst!

 

Grund 1 – Der Fitness-Trainer

Wie jeder immer wieder gerne betont, ist es für Mukoviszidosepatienten enrom wichtig, sich regelmäßig sportlich zu betätigen. Da der Begriff sportlich ja durchaus dehnbar ist, kann auch ein Spaziergang dazugezählt werden. Ein Spaziergang alleine macht bekanntermaßen eher weniger Spaß. Auch Häufigkeit und Regelmäßigkeit mit der gerade junge Menschen spazieren gehen, wird keine Rekorde brechen. Dies ändert sich schlagartig, sobald ein Hund mehr oder weniger treudoof an eurer Seite läuft. Ihr werdet gerne rausgehen und den Hund beim Toben beobachten. Das wirklich geniale an dem Konzept Hund ist aber, dass ihr auch, wenn ihr keine Lust habt, mit dem Hund rausgehen müsst. So ist auf jeden Fall für die notwendige Bewegung gesorgt!

 

Grund 2 – Der Abwehrchef

Laut einer Studie aus dem Jahre 2013 besagt, dass die Anwesenheit eines Hundes das Immunsystem stärkt, da das Spektrum an Bakterien im Haushalt durch den Hund charakteristisch beeinflusst wird. Bakterien, die für gewöhnlich im Boden gefunden werden, sind in Hunde-Haushalten sehr viel häufiger anzutreffen als in Haushalten ohne Hund. Auch die Bakterienvielfalt und -typen werden durch die Anwesenheit von Hunden beeinflusst. Durch die dauerhafte Anwesenheit der Bakterien wird das Immunsystem gestärkt und außerdem das Allergierisiko gesenkt.

 

Grund 3 – Der Motivator

Im Prinzip ist es ganz einfach, einen Hund zu benutzen, um Kinder zu manipulieren. Sätze wie „Aber Flocke (irgendwie sollte meiner Meinung nach ja jeder Hund so heißen) würde sich freuen, wenn du jetzt inhalierst“ oder „Noch einmal pusten für Flocke“ können Wunder bewirken und die Therapie positiv beeinflussen.

 

Grund 4 – Der Psyschologe

Gerade Kinder neigen dazu, ihren Haustieren von ihren persönlichen Problemen zu erzählen. Da ein Mukoviszidosepatient die ein oder andere Sorge mehr hat, besteht auch höherer Gesprächsbedarf. Dieser wird am besten von einem Hund gedeckt, da Hunde tatsächlich ein Mitgefühl für ihre Herrchen / Frauchen entwickeln. Dazu hier die entsprechende Studie aus 2012 und hier noch ein sehr schöner Bericht über einen Hund, der im Hospiz arbeitet.

 

Grund 5 – der Netzwerker

Egal, ob ihr mit eurem Hund zur Hundeschule, zum Agility-Training oder einfach nur im Wald spazieren geht, überalle werdet ihr andere Hundebesitzer finden, mit denen ihr schnell ins Gespräch kommt. Zuerst über eure Hunde, aber sollte man sich regelmäßiger treffen, werden die Gespräche intentsiver und es können sich richtige Freundschaften entwickeln. Dieser Umstand hat besonders für Eltern positive Auswirkungen auf die Psyche, da ein Leben mit Mukoviszidose in der Regel einen sehr disziplinierten und teils auch isolierten Tagesablauf fordert. So kommen entspannte Gespräche über ganz andere Themen bei schönen Spaziergängen gerade recht, um sich vom Alltag zu erholen.

 

Aber Achtung…

So schön und positiv die Haltung eines Hundes für das Leben und den Alltag mit Mukoviszidose auch sein mag, müssen ein paar wenige Grundregeln dringend beachtet werden, damit der Hund die Gesundheit des Patienten nicht gefährdet!

Wichtig ist zu aller erst, dass der Hund immer die erforderlichen Impfungen und Wurmkurem rechtzeitig vom Tierarzt bekommt. Das ist nicht nur gut für den Hund, sondern verhindert auch, dass Infektionen auf den Menschen übergehen.

Zudem solltet ihr eurem Hund absolut verbieten, dass er Menschen – besonders dem Mukoviszidosepatienten – durch das Gesicht leckt! Auch hier besteht erhöhte Infektionsgefahr.

Auch muss darauf geachtet werden, dass der Hund nach jedem Spaziergang durchs Nasse beim Heimkommen trocken gemacht wird. Einfach mit dem Handtuch und am besten danach noch mit dem Fön trocknen. Hier besteht sonst die Gefahr, dass sich gerade bei langhaarigen Hunden das Wasser zu lange im Fell hält und sich Keime (Pseudomonas!) einnistet.

 

Fazit

Ich persönlich finde, dass ein Hund die Lebensqualität enorm steigert! Wir haben damals als ich 16 Jahre alt war einen Hund aus Ägypten „adoptiert“ und das war gerade aus therapeutischer Sicht ein absoluter Glücksgriff! Durch den Hund bin ich jeden Tag rausgegangen, hatte durch die vielen gemeinsamen Spaziergänge ein viel besseres Verhältnis zu meiner Mutter und ja auch ich rede mit dem Hund über meine Probleme (sonst bin ich aber psychisch eigentlich auf der Höhe 😉 ). Also überlegt euch, ob ihr es zeitlich und räumlich verantworten könnt, einen Hund zu halten. Geht einfach mal in ein Tierheim, macht einen Probespaziergang und lasst euch begeistern!

Wie ist eure Erfahrungen mit Hunden und Mukoviszidose? Über einen kleinen Kommentar würden wir uns sehr freuen!

 

Du magst vielleicht auch

4 Kommentare

  1. Hallo! Danke für den wertvollen Beitrag!
    Auch ich als inzwischen langzeit-transplantierte CFerin profitiere enorm von meinem Hund, der seit 3 Jahren bei mir lebt.
    10 Jahre nach der Transplantation hat sich durch den Hund und die damit verbundene vermehrte Bewegung an der guten Luft meine Lufu nochmal um ca 10% verbessert!
    Das hätte ich nie für möglich gehalten!
    Ich bin seltener erkältet und einfach fitter!
    Meine Prioritäten haben sich ein bisschen von Arbeit und Pflichten (und immer ein wenig Stress) mehr Richtung Bewegung, Natur, Hundetraining und Freizeit verschoben und ich fühle mich einfach kräftiger, ausdauernder und widerstandsfähiger!
    Von der Freude, die so ein Schatz einem täglich bringt, brauch ich ja gar nicht reden.
    Ich arbeite weniger als mein Mann – bin also meist vor ihm zu Hause – und jetzt hab ich dann immer die Liebe und Zuneigung von diesem fröhlichen, weichen Lauser um mich!

  2. Meine Beste Freundin hat auch CF und einen Hund. Der Lebt ganz normal im Haus, darf einfach weder aufs Bett/Sofa, noch darf er sie abschlecken. Sie betreibt seiter viel mehr Sport und wir machen mit unseren Hunden gemeinsam Agility.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.